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Mietgebrauch / Mieterrechte / Mieterpflichten

Als neuer Mieter in einem Mehrfamilienhaus möchte man sich natürlich „richtig“ verhalten und ist oft verunsichert in puncto, was darf ich in der Wohnung verändern und was nicht und für was hafte ich eigentlich?

Hier ein paar Beispiele zur Übersicht:

Wandfarbe: Während der Mietzeit ist der Mieter in der Farbgebung seiner Räume in der Regel frei. Bei Vertragsende gelten die Regelungen im Mietvertrag (sehen Sie hierzu unsere Informationen zu „Schönheitsreparaturen“).
 
Badewanne: Ist die Emaille in der Badewanne beschädigt, muss der Mieter diese evtl. ersetzen; altersgemäße Abnutzungserscheinungen stellen hingegen einen vertragsgemäßen Gebrauch dar.
 
WC: Je nach Alter werden Wasserränder in der Toilette als vertragsgemäß angesehen; genauso wie eine kleine Abplatzung am Waschbecken. Bei einem Toilettenbecken (normale Abnutzung) ist von einer Lebensdauer von 18 Jahren auszugehen, bei einem Waschbecken von 30 Jahren.
 
Fenster: Das Durchbohren von Fensterrahmen, seien es Holz- oder Kunststoffrahmen, ist immer problematisch. Bevor Sie zu einer derartigen Tat schreiten, sollten Sie sich ausführlich beraten lassen und unter Umständen das Einverständnis des Vermieters einholen.
 
Bodenbelag: Kratzer im Parkett sind je nach Einzelfall vertragsgemäß. Dies gilt auch für Dellen oder Eindrücke, bedingt durch das Aufstellen von Möbeln. Nicht vertragsgemäß sind Rotweinflecken im Teppich und Brandlöcher. Auch durch Haustiere verursachte Kot- oder Urinflecken im Teppichboden stellen einen Schaden dar. In diesen Fällen haftet der Mieter.
   
Rauchen: Vertragsmäßige Rauchverbote sind unzulässig. Rauchen ist grundsätzlich erlaubt. Aber: Lassen sich die Spuren des Rauchens mit normalen Tapezier-/Malerarbeiten nicht beseitigen, muss der Mieter haften.
 
Fliesen: Für selbst verursachte Schäden in Fliesen durch herunterfallende Gegenstände muss der Mieter haften. Bei Bemalen von Fliesen liegt vertragswidriger Gebrauch vor, sofern sich die Farbe mit einfachen Lösungsmitteln nicht beseitigen lässt. Ansonsten ist der Mieter zum Fliesenaustausch verpflichtet.
 
Tierhaltung: Ein generelles Haltungsverbot für Hunde, Katzen und Kleintiere ist unzulässig. Zulässig sind jedoch Einschränkungen im Mietvertrag (Erlaubnisvorbehalt).
 
Wohnverhalten: Es besteht grundsätzlich keine Pflicht, beim Aufstellen von Möbeln einen Wandabstand zu wahren, soweit  nicht im Mietvertrag entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden (sehen Sie hierzu auch unsere Informationen zu "Schimmelbildung“). Der Mieter ist verpflichtet, in "zumutbarem Umfang" zu lüften. Gelegentliches Lüften und geringes Heizen sind nicht vertragsgemäß.

Bohrlöcher/Dübel: Dübel dürfen vom Mieter in die Wand gebohrt werden, sofern sich die Anzahl der Bohrlöcher auf das notwendige Maß beschränkt und keine andere wirksame Klausel im Formularmietvertrag besteht. Bei zu vielen Dübellöchern muss der Mieter diese bei Auszug entfernen.
 
Blumenkästen/-Kübel: sind außerhalb der Wohnung nicht ohne Zustimmung des Vermieters aufzustellen.
 
Müll: Der Mieter ist verpflichtet, Müll ordentlich zu entsorgen. Bei Anhäufung von Müll oder Unrat ist der vertragsgemäße Gebrauch überschritten.
 
Bei durch den Mieter verursachten Schäden an der Wohnung muss der Vermieter dem Mieter eine Frist zur Schadensbeseitigung setzen. Dies gilt auch bei Auszug des Mieters aus der Wohnung.

Da die Gerichte unter Umständen unterschiedlicher Ansicht sind, sollten Sie sich auf jeden Fall beraten lassen.